Zwischennutzung statt Leerstand – wir durften 5000qm, verteilt auf 2 Etagen des ehemaligen Galeria Kaufhofes, mit vielen tollen Formaten aus der gemeinwohlorientierten und kreativen Szene bespielen.
Im Zeitraum vom 18. November bis 6. Dezember 2023 wurde das ehemalige Kaufhaus am Marktplatz 20 für 15 Aktionstage und einem vielfältigen Kulturprogramm geöffnet.
Diese Initiative ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadtverwaltung/ Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung und des Freiraumbüros Halle. Es wurde im Rahmen des Bundesprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (ZIZ) und ihrer Initiative „Green Health für (H)alle“ ermöglicht.
Die Schließung der Galeria Kaufhof Filiale in Halle (Saale) zum Ende des Jahres 2022 hat eine Reihe von Herausforderungen für die Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung Halle mit sich gebracht.
Diese Zwischennutzung – als gelungenes Beispiel für eine kooperative und effektive Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Eigentümerin, Netzwerkpartnern und der Stadtgesellschaft – hat gezeigt, wie wichtig Freiräume für die gemeinwohlorientierte-kreative Szene sind und welch ein Potential in dieser aktiven und bunten Szene steckt. Der partizipative und basisdemokratische Ansatz trug dazu bei, dass das alte Kaufhaus zu einem lebendigen Ort der Begegnung und Aktivität wurde, der die Bedürfnisse der Gemeinschaft auf vielfältige Weise erfüllte.
Die Sammlung von Ideen, Perspektiven und Handlungsansätzen zur Wiederbelebung des zentralen Standorts.
enger Austausch mit der Eigentümerin zum Leerstandspotential der Kaufhausimmobilie.
Die Ableitung und Organisation von entsprechenden Maßnahmen mit neuen Impulsen für die Innenstadt.
Gemeinsam wollten wir dieses Gebäude als einen lebendigen und inspirierenden Ort für und mit den Einwohner:innen unserer Stadt gestalten. Die Stadtverwaltung strebt dabei an, eine vielfältige Funktion der Innenstadt zu stärken und innenstadtrelevante Nutzungen sowie Frequenzbringer zu etablieren.
Die Umsetzung der Zwischennutzung des alten Kaufhauses verlief erfolgreich und planmäßig, wodurch eine vielseitige und lebendige temporäre Nutzung eines alten Galeria Kaufhof Gebäudes ermöglicht wurde. Durch den vertrauensvollen Kontakt zwischen dem Freiraumbüro, der Stadtverwaltung und der Eigentümerin des Gebäudes konnte eine relativ kurzfristige Umsetzung des Projektes erfolgen. Die kurzen Wege zur Verwaltung ermöglichten eine effiziente und zeitnahe Abstimmung, was zu einer lobenswerten fachbereichsübergreifenden Zusammenarbeit führte. Alle Teilnehmenden agierten konstruktiv und lösungsorientiert, was die Flexibilität des Projektes förderte. Diese Flexibilität erwies sich als entscheidender Faktor für die erfolgreiche Zwischennutzung, da auf sich verändernde Bedürfnisse und Gegebenheiten rasch und zielorientiert reagiert werden konnte.
Die Erfahrungen aus dem Kulturkaufhaus-Projekt haben deutlich gezeigt, dass solche Orte für die Stadt und die Gemeinschaft von entscheidender Bedeutung sind. Die positiven Auswirkungen auf die Aufenthaltsqualität und das Miteinander unterstreichen die Notwendigkeit solcher Initiativen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Organisation eines solchen Projekts erhebliche Ressourcen erfordert, um reibungslos zu funktionieren. Dies bezieht sich nicht nur auf finanzielle Mittel, sondern auch auf personelle und zeitliche Kapazitäten für eine umfassende Planung. Entscheidend für den Erfolg und die Nachhaltigkeit solcher Vorhaben ist die Beteiligung der Stadtbevölkerung. Hierbei sollte besonders darauf geachtet werden, ausreichend Informationen bereitzustellen und verschiedene Kommunikationskanäle zu nutzen. Im Kulturkaufhaus-Projekt konnten aufgrund von Zeitmangel nicht alle Kommunikationskanäle (z.B. Printmedien) genutzt werden. Dies führte zu einem Informationsdefizit. Zukünftige Zwischennutzungsprojekte sollten daher mit mehr Vorlaufzeit geplant werden, um eine bessere Abstimmung aller Beteiligten zu ermöglichen und eine adäquatere Pressearbeit sicher zu stellen. Dies schließt auch die Berücksichtigung von Veranstaltungen in unmittelbarer Nähe ein, um die lokale Identität und Einbindung in die Stadtgesellschaft zu stärken. Insgesamt bieten die bisherigen Lerneffekte wertvolle Erkenntnisse für die Optimierung und nachhaltige Entwicklung ähnlicher kultureller Initiativen in der Zukunft.
In Zusammenarbeit mit 40 Akteur:innen aus Kunst, Kultur, Musik, freien Theatern, Kinder- und Jugendbildung sowie BNE Projekten (Bildung für nachhaltige Entwicklung) wurden 80 Veranstaltungen mit gemeinwohlorientierten, kreativen Inhalten realisiert, die eine breite Palette an Aktivitäten und Events boten:
Wollreste wurden zu Meisterwerken gestrickt, Wasserstoffautos gebaut und Kizomba getanzt.
Die Hirne der Besucher:innen wurden bei Zukunftsquizfragen herausgefordert.
Für Groß und Klein gab es Konzerte, Tanzperformances, Filmvorführungen und Kreativworkshops.
Flohmärkte und Kleidertauschaktionen haben den Kaufhausflair der alten Tage zurückgebracht.
Einwohner:innen haben selbst aktiv mitgemacht, indem sie gerettete Lebensmittel geschnippelt, Dinge repariert, Brettspiele spielten und geskatet sind.
Künstler:innen haben Wände bemalt, Performances hingelegt und Medien- und Lichtkunst präsentiert.
Das Städtebauliche Forum hat über die Transformation des Riebeckplatzes informiert und ein großartiges Beteiligungsformat bereitgestellt.
Netzwerkaktionen und nächtliche Raves haben zur fröhlichen Begegnung und zum Kennenlernen eingeladen.
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Diese Veranstaltungen waren nicht nur unterhaltsam, sondern haben maßgeblich das kulturelle Leben in unserer Innenstadt bereichert und die örtliche Situation verbessert. Ein voller Erfolg!
Das vollständige Programm zum nachlesen und wiederbeleben findet ihr hier: